Obwohl ein großer Teil der Studierenden unseres Semesters bereits z.B. bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr längere Zeit im Ausland verbracht hat, hat sich nur ein geringer Anteil davon entschieden, für ein Auslandssemester wieder in bekannte Gefilde zurückzukehren. Ich bin eine davon. Während eines Austauschs mit Rotary im Jahr 2011/12 lernte ich Argentinien kennen und lieben – und somit hat meine Rückkehr auch nicht nur rein rationale Gründe wie beispielsweise Sprachkenntnisse, sondern first and foremost emotionale Hintergründe.

Nach den Reisen der letzten Jahre, welche mich hauptsächlich nach Asien und immer wieder in unbekanntes Territorium führten, sehnte ich mich nun nach etwas Familiärem – nach der Heimat, welche ich in Argentinien mit seinem besonderen Spanisch, seiner faszinierenden Geschichte und seiner interessanten Mischung aus europäischer und lateinamerikanischer Kultur gefunden hatte. Da dazu auch noch meine kleine Schwester in meine Fußstapfen getreten war und sich ebenfalls entschieden hatte, ein Jahr als Austauschschülerin in Argentinien zu verbringen, war die Entscheidung schnell getroffen.
Die knapp drei Wochen seit meiner Ankunft – Wiederkehr, vielmehr – sind wie im Flug vergangen, da es nach einer fast vierjährigen Abwesenheit ja doch viel Neues und Altbekanntes zu (wieder-)zu entdecken gilt. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Buenos Aires, um eine Wohnung zu organisieren und meinen Koffer bei meinen wunderbaren Couchsurfing-Hosts unterzubringen, war ich mit einer meiner Gastfamilien in Foz do Iguaçu (die Stadt auf der brasilianischen Seite der Iguazu-Wasserfälle), habe meine Schwester Clarissa in Corrientes besucht und am Pool la dolce vita voll ausgelebt, und natürlich in meiner “Heimatstadt” Posadas alte Freunde und Verwandte getroffen, Chipa und Empanadas gegessen, Mate Tereré getrunken und es mir generell sehr gut gehen lassen.
Jedoch brennt es mir nach knapp zwei Monaten Ferien dann doch langsam unter den Fingernägeln und ich freue mich bereits darauf, dem eigentlichen Zweck meine Aufenthalts nachzugehen – dem Unibesuch! Mein Auslandssemester (oder -quatrimester, wie es in Argentinien heißt) werde ich an der Universidad de Ciencias Empresariales y Sociales (UCES) in Buenos Aires verbringen. Mittlerweile habe ich auch meine Kurse für die Uni wählen können, welche an der UCES nur zu zwei Tageszeiten stattfinden: von 8 bis 11/12 Uhr morgens (je nach Anzahl der Semesterwochenstunden des Kurses) und von 19 bis 22/23 Uhr. Von März bis Ende Juli werde ich nun die Kurse Bloques Regionales y Globalización, Antropología Cultural, Portugués I, Organización de Eventos und Relaciones Publicas en Organizaciones sin Fines de Lucro (Non-Profit-Organisationen) belegen. Da meine Wohnung allerdings nur wenige cuadras (Blocks, in welche die meisten argentinischen Städte eingeteilt sind, was die Orientierung ungemein vereinfacht) von der Uni entfernt ist, werde ich auch den unmenschlich frühen Beginn meiner morning classes verkraften können – besonders, weil sich dadurch ein fast fünftägiges Wochenende ergibt, welches ich plane, absolut auszunutzen.
Das nur als kleinen Einstieg in den Argentine way of life – oder zumindest die durch meine deutsche Perspektive gefilterte Version. Hasta la próxima!

One thought on “Heimvorteil”

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