Von wem stammen denn nun diese Artikel, diese Wörter und Einblicke aus anderen Ländern, Kulturen und Sprachräumen?

Wir, das sind Kathi, Flo, Lotti, Janette, Philip und Malin, Regensburger Studierende in International Relations and Management. Im Studiengang integriert sind zwei Auslandssemester, eines an einer Universität und das andere als Praktikum in einer Organisation. Einzige Voraussetzung – nicht in Deutschland und überwiegend auf einer anderen Sprache.

Der Prozess, den wir alle durchlaufen haben, um letztlich in den Flieger nach Bolivien, Südkorea, Argentinien oder Marokko zu steigen, war langwierig und streckenweise zäh, teilweise zermürbend und aufregend, eine Achterbahn aus Gefühlen und ein Zwiespalt zwischen Gehen und Bleiben. Doch nun sind wir dort, sind angekommen, sind dabei uns einzuleben und sind bereit zu berichten.

Unsere Texte sind subjektive Eindrücke, persönliche Geschichten und individuelle Erlebnisse, die keinen Anspruch auf Objektivität besitzen. Behalte dies im Hintergrund und sei gütig mit uns, denn auch wir befinden uns in einem Prozess der Erkundung und verstehen nicht alle Zusammenhänge auf Anhieb.

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Artikel über Sofa Goes Abroad (12. März 2018)

Sofa Goes Abroad – Regensburger Studenten berichten aus aller Welt

“Endlich ist es so weit: Die letzte Prüfung ist geschrieben, das WG-Zimmer untervermietet, die Sachen bei den Eltern untergestellt und das Wichtigste gepackt. Am Flughafen gehe ich durch die letzte Sicherheitskontrolle und das Abenteuer Auslandssemester beginnt!” (Katharina, Januar 2016)

So hat unser Auslandsjahr angefangen: Für Katharina und Malin ging es nach Rabat (Marokko), für Philip nach Seoul (Südkorea), für Florian nach La Paz (Bolivien), für Lotti nach Buenos Aires (Argentinien) und für Janette nach New York (USA). Denn wir alle studieren International Relations and Management (IRM) an der OTH Regensburg und verbringen ein Semester an einer ausländischen Universität und ein weiteres zum Praktikum bei einer Organisation oder einem Unternehmen im Ausland. Die Wahl der Länder bleibt uns dabei komplett selbst überlassen, sodass wir unserem Fernweh freien Lauf lassen können.

In einem neuen Land anzukommen und eine ganze Weile dort zu bleiben ist immer mit gewissen Unsicherheiten verbunden. Wie wird wohl alles werden? Wie werde ich aufgenommen? Schaffe ich es, mit den neuen und ungewohnten Gegebenheiten umzugehen? Auch wenn es sich dabei um ein Nachbarland Deutschlands handelt – viele Fragen tauchen während dieser Zeit auf, und um gerade solche Unsicherheiten zu vermeiden sträuben sich viele vor einem Jahr im Ausland. Manchmal ist es nicht so einfach, die neu erlangten Sicherheiten in Regensburg, die sich in eineinhalb Jahren mühevoll aufgebaut haben, einfach wieder aufzugeben und sich willentlich in neue, unruhige Gewässer zu begeben, so ging es uns natürlich auch. Doch schon nach kurzer Zeit in der neuen Heimat sind viele dieser Unsicherheiten abgebaut und unerwartete neue Sicherheiten haben sich etabliert.

Schon bevor wir zum Studium und Praktikum ins Ausland gingen stand für uns fest, dass wir von dort berichten wollen. Um bei all den bevorstehenden Reisen, Einblicken und Erlebnissen trotzdem miteinander in Kontakt zu bleiben und um selbst die eigenen Erfahrungen zu reflektieren, gründeten wir im Frühjahr 2016 zu sechst den Blog “Sofa Goes Abroad”. Zunächst leitete sich der Titel von einer Freundesgruppe ab, die sich nach ihrem Regensburger Stamm-Café benannt hatte. Doch mittlerweile führen IRM-Studierende aus dem nächsten Jahrgang den Blog weiter und berichten von ihren Reisen vom Sofa in Regensburg bis hin zu Abenteuern aus aller Welt. So verbirgt sich mittlerweile noch viel mehr hinter diesem ursprünglichen Titel und konstant werden neue Eindrücke aufgenommen.

Doch was war unser Ansporn dafür? Was treibt uns dazu, für solch lange Zeit fernab von Freunden und Familie zu leben? Genau diese Fragen trieben Florian im Februar 2016 zu seinem Artikel “Warum weg?”. Darin reflektiert er nicht zuletzt das Unverständnis einiger Bolivianer, die sich wundern, warum wir als Europäer die scheinbar so tolle Heimat verlassen und uns freiwillig auf etwas Fremdes, Neues einlassen.

“Warum weg? Weg von vielem und vielen Vertrauten, weg von den Leichtigkeiten eines Studentenlebens in Deutschland. Weg von Familie, weg von Freunden, weg von fast Allem was ich über Jahre lieben gelernt habe. Der Hauptgrund, sich überhaupt ins Abenteuer zu stürzen ist die tiefe Überzeugung, dass Lernen nur durch Erfahrung stattfindet. Im wahrsten Sinne des Wortes ist die Erfahrung umso intensiver wenn man wirklich mal dort war. Deswegen spielt es in meinen Augen auch eine untergeordnete Rolle, wo man hinfährt. Denn nur durch persönliche Erfahrung wird die Dimension und Tiefe des Neuen, das wir alle mitbekommen, wirklich spürbar und lernbar. Ich könnte hierbei nicht mehr mit Alexander Humboldt übereinstimmen, der bekanntermaßen feststellte, dass die gefährlichste Weltanschauung die derer sei, die die Welt nie angeschaut haben. Und selbstverständlich ist dann eine Erfahrung im vermeintlich aufregenden Südamerika nicht mehr wert als ein Auslandssemester in Europa. In diesem Sinne, stürzt euch hinein, liebe Freunde, in eine Erfahrung die durch keine Schulbücher, Manuskripte und auch nicht durch Erzählungen simuliert werden kann. Werdet nicht müde euch selbst auf die Probe zu stellen und genießt eure Zeit in allen Teilen der Welt. Und vor allem: Macht keinen Wettstreit daraus, die sensationellsten, schrillsten und sogar gefährlichsten Erfahrungen zu sammeln. Sammelt die Erfahrungen intensiv! Nur so wird das wahre Potential des Lernens ausgeschöpft.” (Florian, Februar 2016)

Denn die Zeit ging für uns schneller zu Ende, als wir es anfänglich für möglich gehalten haben. Bald rief uns das Studium zurück nach Regensburg trotz Freundschaften im Ausland, Übernahmeangeboten oder einer neuen Wahlheimat. Inzwischen blicken wir oft wehmütig zurück und sind doch gleichzeitig glücklich, eine solch wertvolle Chance bekommen zu haben.

“Die Zeit ist abgelaufen. Ich sitze im Flugzeug von Kathmandu nach Frankfurt und komme nicht drauf klar, wo die Zeit geblieben ist. War es nicht letzte Woche, dass ich in Regensburg für Marketing und Sales gebüffelt habe? War es nicht vorgestern, dass ich am Strand von Rabat die Wellen am Leuchtturm brechen sah? War es nicht gestern, dass ich in den Ruinen von Karthago stand und den erhabenen Blick über Tunis genoss? Und war es wirklich heute, dass mich meine nepalesischen Gasteltern mit Tränen in den Augen am Flughafen verabschiedeten?” (Malin, März 2017)

Auf unserem Blog erkunden wir verschiedenste Ecken der Welt und berichten hautnah und einhundert Prozent persönlich von unseren Erlebnissen. Ob aus Südkorea oder Sambia – wir erzählen von Alltäglichem und Außergewöhnlichem, und möchten allen die selbst mir dem Gedanken spielen, ins Ausland zu gehen in ihrer Entscheidung Unterstützung geben. Dafür blicken wir hinter die Kulissen unserer Auslandserfahrungen, und hoffen damit unsere Erlebnisse zu teilen und somit ein klein wenig Inspiration zu geben.

Auf www.sofagoesabroad.de könnt ihr euch gerne ein eigenes Bild machen – wir nehmen Euch gerne mit auf die Reise!