Seit Freitagnachmittag bin ich in der afrikanischen Metropole Lusaka, der Hauptstadt Sambias. Für den zweiten Teil meines Auslandsjahres werde ich bis Ende Februar ein Praktikum bei der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) absolvieren.

Beworben hatte ich mich dafür recht spontan während meines Semesters in La Paz, und war sehr froh als die Zusage der Stiftung kam, da ich so ein zweites, neues Land im südlichen Afrika kennen lerne und gleichzeitig in einer solchen Umwelt praktische Arbeitserfahrung auf dem Feld der Entwicklungspolitik bekomme. Jacob, Mitarbeiter in der FES und Meike, meine Mitpraktikantin holten mich vom Flughafen ab, und fuhren mich dann direkt zu meiner WG in der Mushemi Road, wo ich jetzt mit anderen Deutschen, einem Syrer, einem Italiener und einem Niederländer wohne. Alle arbeiten in verschiedenen internationalen Institutionen in Lusaka, alle nur für einen überschaubaren Zeitraum, und alle mit großer, vielfältiger Erfahrung im Ausland. So ergeben sich quasi automatisch Diskussionen und lustige Gespräche über verschiedene Kulturen, Entwicklungsländer und deren vielfältige Probleme.

Wie immer sind die ersten Tage in einem fremden Land recht ähnlich. Alles beginnt mit der völligen Reizüberflutung an Eindrücken, vieles erinnert mich an mein weltwärts-Jahr in Südafrika, die nach ein paar Stunden schon sehr ermüdend ist. So gibt es zum Beispiel keine Bürgersteige entlang der Straßen, Staub hängt in der Luft, die großen Malls sind zentrale Anziehungspunkte und viele Geschäfte haben die gleichen oder zumindest ähnliche Namen wie in Pretoria.

Zum Glück konnte ich mich dann aber direkt ein bisschen in mein Zimmer zurückziehen und ein bisschen durchschnaufen.

Dann besteht normalerweise immer die erste Aufgabe darin, etwas zu essen zu besorgen. In diesem Fall nahmen mich meine Mitbewohner aber gleich in ein Restaurant mit, um den Freitag standesgemäß zu beginnen und mich willkommen zu heißen.

Schon ist der erste Tag im fremden Land vorbei. Als ich dann am nächsten Morgen von Gesang auf dem Nachbargrundstück sanft geweckt wurde, war ich schon wieder sehr begeistert von diesem Fleckchen Erde.

Als nächstes ist es dann oft ratsam eine lokale SIM Karte zu besorgen und zu registrieren, was sich in meinem Fall als etwas langwieriger herausgestellt hat. Zunächst ist es erstmal kein Problem, da ich durch meine WG Partner ja bestens vernetzt bin. Spätestens, wenn ich am Montag ins Berufsleben einsteige, sollte es aber klappen.

Den Rest des Tages war dann relaxen angesagt, eine Runde schwimmen im Pool und ein bisschen lesen und ratschen. Pünktlich um 17.00 geht dann auch das Licht aus, da wegen Stromknappheit unser Stadtviertel jeden Tag für 4 Stunden vom Netz genommen wird.

So geht die Eingewöhnungszeit sehr schnell rum, und ich bin voller Zuversicht für die nächsten Tage. Am Montag geht es ja auch schon in der Stiftung los.

 

Titelfoto von: http://www.nationalflaggen.de/sambia.htm (24.09.2016)

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