{"id":818,"date":"2016-08-19T03:03:52","date_gmt":"2016-08-19T03:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/sofagoesabroad.wordpress.com\/?p=818"},"modified":"2016-11-26T15:53:23","modified_gmt":"2016-11-26T15:53:23","slug":"wohnheimromantik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/wohnheimromantik\/","title":{"rendered":"Wohnheimromantik"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Teil 1 meiner &#8220;Zeitreise&#8221; nach Seoul: Wohnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Untergebracht war ich im Wohnheim der Soongsil Uni, direkt auf dem Campus. Angemeldet hatte ich mich eigentlich f\u00fcr die off-campus apartments eine Stra\u00dfe weiter &#8211; wie die meisten anderen Austauschstudierenden &#8211; landete dann aber in einem typischen koreanischen Doppelzimmer im vierten Stock des Wohnheims (wie tats\u00e4chlich ausgesucht wird, wer in die Apartments kommt, wei\u00df bis heute so niemand genau). Das ca. 16qm gro\u00dfe Zimmer mit zwei Betten, zwei Schreibtischen, zwei Schr\u00e4nken und einem eigenen Bad teilte ich mir mit Ben, einem deutschen Studenten aus Dresden. Erstaunlicher Weise gew\u00f6hnt man sich sehr schnell an die Tatsache, dass man sich sein kleines Zimmer mit jemandem teilt, da man\u00a0sehr schnell lernt, mit einander umzugehen und aufeinander zu achten, und trotz allem seine\u00a0Privatsph\u00e4re und die des anderen aufrechtzuerhalten.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_813\" aria-describedby=\"caption-attachment-813\" style=\"width: 504px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"813\" data-permalink=\"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/img_8348\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?fit=3263%2C2446\" data-orig-size=\"3263,2446\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1458919937&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;32&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.00719424460432&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"IMG_8348\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?fit=790%2C593\" class=\"aligncenter size-full wp-image-813\" src=\"https:\/\/sofagoesabroad.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_8348.jpg?w=504&#038;resize=504%2C378\" alt=\"IMG_8348.jpg\" width=\"504\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?w=3263 3263w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?resize=768%2C576 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?resize=1024%2C768 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?resize=1200%2C900 1200w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?w=1580 1580w, https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8348.jpg?w=2370 2370w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-813\" class=\"wp-caption-text\">Das kleine, aber feine Wohnheimzimmer. Wir hatten das Gl\u00fcck, eines der wenigen Zimmer mit Panoramafenster zu bekommen.<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Der einzige gro\u00dfe Nachteil am Wohnheim: keine K\u00fcche. Nicht nur gab es auf den Zimmern keine K\u00fcchenzeile, sondern die knapp 1.500 Bewohner des Wohnheims hatten auch keinen Zugang zu Gemeinschaftsk\u00fcchen &#8211; die gab es n\u00e4mlich nicht. Hei\u00dft also: Mittag- und Abendessen au\u00dfer Haus im Restaurant, und Fr\u00fchst\u00fcck je nach Bedarf im Convenience Store oder auch einfach M\u00fcsli und Milch im Zimmer &#8211; einen K\u00fchlschrank hatten wir zum Gl\u00fcck im Zimmer (die Apartments um die Ecke hatten zwar eine K\u00fcche , aber oft gekocht wurde dort auch nicht &#8211; koreanisches Essen hat hier einfach die Oberhand).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Gleich zu Beginn des Semesters werden uns\u00a0die Regeln des Wohnheims vertraut gemacht: Absolute Geschlechtertrennung, kein Alkohol oder Rauchen auf den Zimmern und Ausgangssperre zwischen Mitternacht und f\u00fcnf Uhr morgens. Bei jedem Regelbruch werden Minuspunkte auf das pers\u00f6nliche Punktekonto geschrieben. Jeder f\u00e4ngt mit null Punkten an, bei 20 Minuspunkten darf\u00a0man im n\u00e4chsten Semester nicht mehr in das Wohnheim ziehen. Hierzu muss gesagt werden, dass es hei\u00df begehrt ist im Wohnheim zu wohnen: nur Studierende mit top Noten kommen auf die Liste; die Miete bei ca. 250\u20ac monatlich ist ungef\u00e4hr halb so teuer, wie eine Einzimmerwohnung au\u00dferhalb, und dann wohnt man auch noch direkt auf dem Campus &#8211; man spart sich also eine lange Ubahnfahrt zur Vorlesung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Verschiedene &#8220;Delikte&#8221; geben verschieden gro\u00dfe Punktabz\u00fcge:\u00a0<span class=\"s1\">2 Punkte f\u00fcrs Zusp\u00e4tkommen nach Mitternacht, 4 Punkte bei Unordnung und Schmutz w\u00e4hrend einer Zimmerkontrolle, und 18 Punkte bei Rauchen auf den Zimmern. Interessanter Weise kann man Punkte wieder abgebucht bekommen, wenn man als verloren gemeldete Gegenst\u00e4nde findet und abgibt oder sogar einen Regelbruch einer anderen Person verpetzt. #snitch<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_849\" aria-describedby=\"caption-attachment-849\" style=\"width: 569px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"849\" data-permalink=\"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/wohnheimromantik\/img_8622-1\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8622-1-1.jpg?fit=2448%2C2200\" data-orig-size=\"2448,2200\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.2&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 5s&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1459641239&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.15&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;500&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"IMG_8622 (1)\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.sofagoesabroad.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/img_8622-1-1.jpg?fit=790%2C710\" class=\" wp-image-849 aligncenter\" src=\"https:\/\/sofagoesabroad.files.wordpress.com\/2016\/08\/img_8622-1.jpg?resize=569%2C511\" alt=\"IMG_8622 (1).jpg\" width=\"569\" height=\"511\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-849\" class=\"wp-caption-text\"><\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Nicht nur die vielen Regeln geben dem Wohnheim einen gef\u00e4ngnisartigen Charakter: Hier das architektonische Meisterwerk, das sich Atrium nennt (unten sieht man die Schranken &#8211; nicht ungleich die einer Ubahnstation &#8211; die in den Jungstrakt f\u00fchren).<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Unfairer Weise gelten diese ganzen Regeln aber nur f\u00fcr koreanische Bewohner. Als Austauschstudierende hatten wir nicht mal ein Punktekonto. Ein kleines Beispiel:\u00a0<span class=\"s1\">Ich kam\u00a0einmal nach dem Abendessen kurz nach Mitternacht zuf\u00e4lligerweise gleichzeitig mit einem fremden Koreaner ins Wohnheim zur\u00fcck. Da die Schiebet\u00fcr nach Mitternacht nicht mehr automatisch aufgeht, sondern vom W\u00e4chter von innen aufgesperrt werden muss, wurden wir gemeinsam reingelassen. Am Eingang steht dann ein kleiner Tisch, auf dem eine \u00fcberdimensionale Uhr die Versp\u00e4tung anzeigt. Der Koreaner musste sich gleich in die Liste eintragen lassen und sich mit seinem\u00a0Studierendenausweis ausweisen, w\u00e4hrend man mich einfach durchgewinkt hat. Selbst als ich dem W\u00e4chter meinen Ausweis hingestreckt habe, sch\u00fcttelte er nur den Kopf und sagte auf koreanisch, ich sei doch ein Austauschstudent und solle einfach weitergehen. In solchen Momenten f\u00fchlt man sich dann schon etwas mies.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Fun fact: Nur zwei Mal im Semester entf\u00e4llt die Ausgangssperre eine Woche lang, n\u00e4mlich in den zwei Pr\u00fcfungsphasen, einmal in der Mitte und einmal am Ende des Semesters. Dies soll garantieren, dass man wirklich zu jeder Tageszeit zum Lernen in die Bib kann. Ist das nicht super?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Das alles soll jetzt aber nicht abschrecken &#8211; kann ja sein, dass jemand von euch auch mal nach Seoul\u00a0m\u00f6chte. Ich kann es nur w\u00e4rmstens empfehlen! Alles in allem waren es vier sehr entspannte Monate im guten alten Soongsil Dorm. Danke, 436B.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 1 meiner &#8220;Zeitreise&#8221; nach Seoul: Wohnen. Untergebracht war ich im Wohnheim der Soongsil Uni, direkt auf dem Campus. 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