{"id":5225,"date":"2018-05-29T07:56:30","date_gmt":"2018-05-29T07:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/?p=5225"},"modified":"2018-05-29T07:56:30","modified_gmt":"2018-05-29T07:56:30","slug":"angekommen-in-yangon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/angekommen-in-yangon\/","title":{"rendered":"Angekommen in Yangon"},"content":{"rendered":"<h1>Ankunft in Yangon!<\/h1>\n<p>Myanmar empf\u00e4ngt uns mit einer satten Ladung Abba \u2013 fast so als w\u00fcrde es uns raten \u201eTake a Chance on Me!\u201c. In vielerlei Hinsicht ist es ein Kathmandu der Zukunft. Immer wieder f\u00e4llt mir auf, womit ich Yangon automatisch vergleiche: mit Kathmandu, wo ich vor einem Jahr ein Praktikum in der deutschen Botschaft gemacht habe. Zwar kommt Kathmandu bei diesem Vergleich scheinbar nicht sehr gut weg, doch auch mit dieser wunderbar chaotischen und besonderen Stadt habe ich mich letztlich schnell arrangiert. Nach drei Monaten war ich eingelebt und konnte die Zeit dort richtig genie\u00dfen.<\/p>\n<h3>Yangon ist anders, ganz anders.<\/h3>\n<p>Nachdem sich Myanmar erst vor wenigen Jahren \u00f6ffnete, hat es sich unglaublich schnell ver\u00e4ndert. Reisende, die 2016 f\u00fcr einen Monat in Myanmar unterwegs waren, berichten von Ver\u00e4nderungen, die niemals absehbar waren. Da fallen so Worte wie <i>Grab<\/i>, das myanmarische Uber, mit dem man f\u00fcr lokale Taxipreise sicher und bequem von A nach B kommt. YangonDoor2Door, mit dem Essen nach Hause geliefert werden kann. Smart Phones, die mittlerweile in Massen vorhanden sind und stark genutzt werden. Alles Dinge, die vor zwei Jahren noch undenkbar waren. Auch die Reisef\u00fchrer sind nach wenigen Jahren kaum mehr zu gebrauchen, da sich die Hotel- und Restaurantlandschaft wie auch kulturelle und politische Basisinformationen sehr schnell \u00e4ndern. Myanmar legt also zumindest in der gr\u00f6\u00dften Stadt Yangon eine beachtliche Entwicklung hin. Fragt sich blo\u00df, wie die Menschen mit dieser rapiden Entwicklung klar kommen und mithalten.<\/p>\n<h3>Der erste Blick<\/h3>\n<p>In einem Tag l\u00e4sst sich mit Sicherheit keine Stadt beschreiben. Somit ist dies der allererste Blick, den ich gerne bald noch einmal korrigieren werde. Der Yangon International Airport, unser erster Blick nach Myanmar, ist brandneu und in bestem Zustand. Schon vor der Abreise hatte ich geh\u00f6rt, dass er nicht unbedingt die Realit\u00e4t des gesamten Landes widerspiegelt. Doch auch der Weg vom Flughafen in die Nordstadt und das Viertel Sanchaung zeigt, dass der Verkehr in Yangon wirklich sehr geordnet verl\u00e4uft. Da Motorr\u00e4der in der ehemaligen Hauptstadt verboten sind, geht das \u201eFill the Gap\u201c Spiel von Kathmandus Stra\u00dfen nicht mehr auf. Hier schl\u00e4ngeln sich keine lebensm\u00fcden Motorr\u00e4der in jeder Form, Gr\u00f6\u00dfe und Farbe durch die kleinsten L\u00fccken. Fahrr\u00e4der sieht man nicht oft, doch f\u00fcr die Hitze ist auch diese kleine Anzahl schon beachtlich. Wenig Hupen kann ich in diesen Tagen h\u00f6ren und auch U Maw, der Search-Mitarbeiter, der uns am Flughafen abholt, str\u00e4ubt sich regelrecht dagegen, die Hupe zu bet\u00e4tigen.<\/p>\n<h3>Ein neues Zuhause<\/h3>\n<p>Die Wohnung, die wir gefunden haben, ist wirklich super. Eigentlich ist sie f\u00fcr vier Personen gedacht und urspr\u00fcnglich auf eine Familie zugeschnitten. Wider Erwarten sind wir jedoch die einzigen, die ab Ankunft einen Monat lang in der Wohnung wohnen und haben zwei B\u00e4der, die K\u00fcche, das Wohnzimmer und das gro\u00dfe Zimmer f\u00fcr uns alleine. Obwohl ich mich auch auf eine myanmarische WG gefreut hatte, bin ich doch sehr erleichtert, gerade zu Beginn der Zeit in Myanmar ein wenig Ruhe zu haben. Die Wohnung liegt in einer ruhigen Stra\u00dfe in Sanchaung, im Nordwesten Yangons. In einer Querstra\u00dfe der gro\u00dfen Hanthawaddy Road gelegen ist es drumherum relativ ruhig und fernab vom Verkehr der Hauptstra\u00dfen. Dennoch ist es morgens schon ziemlich fr\u00fch ziemlich laut, obwohl die Wohnung im vierten Stock ist, doch auch daran werden wir uns bestimmt schnell gew\u00f6hnen.<\/p>\n<h3>Erste Eindr\u00fccke von drau\u00dfen<\/h3>\n<p>Der Weg zum B\u00fcro ist f\u00fcr mich in Laufentfernung, dauert jedoch zu Fu\u00df etwas mehr als eine halbe Stunde. Dabei komme ich vorbei an Autos, die zum Gro\u00dfteil sehr gut in Schuss sind. Ich bin erstaunt, wie viele gute Autos hier zu sehen sind, da es in Myanmar bis vor kurzem kaum welche gab. Auch dies ist ein Zeichen f\u00fcr die schnelle Entwicklung Myanmars. Im Allgemeinen ist es ein unglaublich entspanntes Gef\u00fchl, sich hier zu bewegen. Vieles das ich 2017 in Kathmandu vermisst habe scheint hier ganz selbstverst\u00e4ndlich gegeben zu sein. Kurzum, es gibt erh\u00f6hte und heile B\u00fcrgersteige. Die Autos halten die Stra\u00dfenordnung ein und fahren in einer Reihe. Zwar halten Autos nicht f\u00fcr passierende Fu\u00dfg\u00e4nger an, doch es findet sich immer ein sicherer Weg, auf myanmarische Art die Stra\u00dfe zu \u00fcberqueren. Zumindest in Sanchaung, dem Viertel im Nordwesten Yangons, in dem wir wohnen, gibt es einige gro\u00dfe Malls, westliche Caf\u00e9s und internationale Restaurants. Doch auch hier zeigt sich schon eine erste Andeutung des gro\u00dfes Mixes, der Myanmar doch darzustellen scheint. Eine gro\u00dfe Entwicklung im Land, ein starker Strom in Richtung Zukunft, doch auch beachtliche Kr\u00e4fte, die dagegen streben und an den Traditionen festhalten.<\/p>\n<h3>Barfu\u00df im B\u00fcro<\/h3>\n<p>Bei meiner Ankunft im B\u00fcro bin ich zun\u00e4chst \u00fcberrascht, als alle ganz selbstverst\u00e4ndlich ihre Schuhe ausziehen. Auch wir betreten barfu\u00df das B\u00fcro und bewegen und dort mit Socken oder nackten F\u00fc\u00dfen. Es ist zun\u00e4chst ein ungewohntes Gef\u00fchl, doch schnell f\u00fchlt es sich gut an. Warm ist es eh und sch\u00f6n ist der Holzboden auch. So haben wir mit Sicherheit ein oder zwei Schuhe zu viel dabei, die zumindest f\u00fcr das B\u00fcro nicht ben\u00f6tigt werden. Und der schr\u00e4gste Moment des ersten Tages ist wohl, der Vorgesetzten barfu\u00df gegen\u00fcberzustehen. Doch diese hat &#8211; wie es sich geh\u00f6rt &#8211; nat\u00fcrlich auch die Schuhe ausgezogen.<\/p>\n<h3>DM&amp;E &#8211; Ein ganz besonderes K\u00fcrzel<\/h3>\n<p>Bei Search for Common Ground bin ich Fellow f\u00fcr DM&amp;E. Hinter diesem K\u00fcrzel verbirgt sich einer der wichtigsten Bausteine der Projektarbeit. Design (Projektgestaltung), Monitoring (Kontrolle) und Evaluation (Auswertung) von Projekten sind essentiell. Nicht nur geht es hier um die logische Planung eines Projekts unter Beachtung der SMART Kriterien. Sondern DM&amp;E geht viel weiter und fokussiert sich auch auf die dauerhafte \u00dcberwachung des Projekts. Doch ganz besonders die Evaluierung, also die sp\u00e4tere Auswertung mit identifizierten Lessons Learned ist unabdingbar und wird viel zu oft vergessen. So werde ich in die Gestaltung neuer Projekte mit einbezogen und werde mich im Laufe des Fellowship stark mit der Auswertung und dem Hinterfragen laufender Projekte auseinandersetzen. Auf die Zeit bis Ende August bin ich sehr gespannt und werde bestimmt weiterhin davon berichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ankunft in Yangon! Myanmar empf\u00e4ngt uns mit einer satten Ladung Abba \u2013 fast so als w\u00fcrde es uns raten \u201eTake a Chance on Me!\u201c. In vielerlei Hinsicht ist es ein Kathmandu der Zukunft. 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