{"id":52,"date":"2016-02-04T12:22:28","date_gmt":"2016-02-04T12:22:28","guid":{"rendered":"https:\/\/sofagoesabroad.wordpress.com\/2016\/02\/04\/gruse-aus-rabat\/"},"modified":"2016-10-17T07:54:36","modified_gmt":"2016-10-17T07:54:36","slug":"gruse-aus-rabat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/gruse-aus-rabat\/","title":{"rendered":"Gr\u00fc\u00dfe aus &#8230; Rabat!\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>In einem neuen Land anzukommen und f\u00fcr ein ganzes Weilchen dort zu bleiben ist immer mit so einigen Unsicherheiten verbunden. Man fragt sich, wie wohl alles werden wird, wie man aufgenommen wird und ob man es schafft, mit den neuen und ungewohnten Gegebenheiten umzugehen. Auch wenn es das Nachbarland Deutschlands ist tauchen viele Fragen auf und nicht wenige nehmen ein Jahr im Ausland gar nicht erst in Kauf, gerade um solche Unsicherheiten zu vermeiden.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAuch f\u00fcr uns ist es schwer, die neu erlangten Sicherheiten in Regensburg, die wir in eineinhalb Jahren m\u00fchevoll aufgebaut haben, einfach wieder aufzugeben und uns willentlich in ein neues unruhiges Gew\u00e4sser zu begeben.Ich bin nun seit einer Woche in Marokko und habe schon in dieser kurzen Zeit so viele der Unsicherheiten abgebaut und neue Sicherheiten etabliert, von denen ich gerne berichten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Angekommen bin ich in Marrakesch, wo mich eine zuvorige Couchsurfing-Familie wieder mit gro\u00dfer Gastfreundschaft begr\u00fc\u00dft hat. Es war ein herrliches Gef\u00fchl, zur\u00fcckzukehren und die Wirkung weniger Tage Aufenthalt in dieser Familie auch noch ein halbes Jahr sp\u00e4ter zu sp\u00fcren. Mit dem halben Jahr Arabischunterricht, den ich seitdem besucht hatte, konnte ich auch endlich die Fragen nach Familie, Kultur und Krise in Deutschland auf Arabisch halbwegs beantworten und sa\u00df nicht mehr ganz ahnungslos mit der Mutter der Familie an einem Tisch, die so gut wie kein Franz\u00f6sisch spricht. Ein toller Willkommensgru\u00df in meiner neuen Heimat und der perfekte Start.<\/p>\n<p>Mit dem Zug ging es von Marrakesch am n\u00e4chsten Morgen die vier Stunden hoch nach Rabat; begleitet von spannenden Gespr\u00e4chen im ganzen kleinen Abteil. Mein marokkanischer Sitznachbar sprach pl\u00f6tzlich Deutsch, mein Gegen\u00fcber ist Fris\u00f6rin in Sale, der Zwillingsstadt von Rabat, und mein linker Sitznachbar wollte mir auch sofort bei der Wohnungssuche helfen und machte mir eine Liste mit allen Geheimtipps von Rabat.<\/p>\n<p>Die ersten N\u00e4chte in Rabat lernte ich dann die ber\u00fchmte marokkanische Gastfreundschaft umso genauer kennen und wurde vom besten Freund eines marokkanischen Blablacar-Fahrers begr\u00fc\u00dft, den ich kurz zuvor in Deutschland kennen gelernt hatte. In Deutschland bot er mir an, mir bei der Wohnungssuche zu helfen und mich notfalls sogar im Haus seiner Familie unterzubringen, das eine riesige Unterst\u00fctzung darstellte. Driss und Abdelfattah, dessen beste Freunde, holten mich in Rabat ab, erm\u00f6glichten mir eine Unterkunft f\u00fcr die ersten Tage und zeigten uns in den n\u00e4chsten Tagen ein paar Orte in Rabat. Ohne diese Hilfe w\u00e4re ich wohl ziemlich aufgeschmissen gewesen und bin unglaublich dankbar daf\u00fcr. Ich habe Marokko somit von Anfang an von seiner besten Seite kennen lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gleich am zweiten Tag besuchten wir zusammen ein Zimmer in einer Villa in Hay Riad, einem der nobleren Viertel von Rabat, das frei geworden war. Die Villa ist riesig und wundersch\u00f6n, hat sogar einen Garten, H\u00fchner und so einige leer stehende Zimmer. Zun\u00e4chst konnte ich es gar nicht fassen und wollte mich ungern in solch eine noble Gegend wagen, die so gar nicht dem Marokko entspricht, das ich erwartete. Driss und Abdelfattah handelten f\u00fcr mich noch von 3000 auf 2300 Dirham runter, das 230\u20ac entspricht und ich konnte gleich am n\u00e4chsten Morgen kommen, um die Schl\u00fcssel zu bekommen. Hier scheint es also selten Fristen und gro\u00dfen b\u00fcrokratischen Aufwand vor einem Umzug zu geben. Wenn man eine Zusage hat, kann man praktisch direkt einziehen und bekommt die Schl\u00fcssel auf die Hand.<\/p>\n<p>Nun wohne ich also in einer Villa im zweitbesten Viertel der Stadt, mit H\u00fchnern und Avocadobaum im Garten, mit (noch) leerem Pool und einem wundersch\u00f6nen Badezimmer und Terrasse f\u00fcr mich alleine. Nicht ganz das, was ich erwartet habe, aber eine herrliche Wendung dessen ist es allemal.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sofagoesabroad.files.wordpress.com\/2016\/02\/img_0196.jpeg\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/sofagoesabroad.files.wordpress.com\/2016\/02\/img_0196.jpeg?w=790\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem neuen Land anzukommen und f\u00fcr ein ganzes Weilchen dort zu bleiben ist immer mit so einigen Unsicherheiten verbunden. Man fragt sich, wie wohl alles werden wird, wie man aufgenommen wird und ob man es schafft, mit den neuen und ungewohnten Gegebenheiten umzugehen. 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