{"id":430,"date":"2016-04-02T14:19:56","date_gmt":"2016-04-02T14:19:56","guid":{"rendered":"https:\/\/sofagoesabroad.wordpress.com\/2016\/04\/02\/cest-le-nord\/"},"modified":"2016-10-17T07:54:35","modified_gmt":"2016-10-17T07:54:35","slug":"cest-le-nord","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sofagoesabroad.de\/en\/cest-le-nord\/","title":{"rendered":"C&#8217;est le Nord"},"content":{"rendered":"<p>Durch Marokkos Norden zu reisen ist schon immer eine Erfahrung. Man l\u00e4sst die karge, d\u00fcrre Landschaft des S\u00fcdens hinter sich, passiert die gem\u00e4\u00dfigte Oase Rabat, dieses tolle Zuhause, und f\u00e4hrt schnurstracks mit dem Zug gen Norden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Assilah liegt vier Stunden n\u00f6rdlich von Rabat am Meer, Paradies f\u00fcr Fischesser und entspannte Bummler in einem St\u00e4dtchen, das sich gerade scheinbar von einem traditionellen, simpel gehaltenen \u00d6rtchen ohne gro\u00df kulturell Interessantes zu einem Touristenmagnet transformiert. Der Strand ist weit, doch nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, die Stadt wundersch\u00f6n und j\u00e4hrlich aufs Neue mit bunten Zeichnungen verziert, die die blau-wei\u00dfe Architektur perfekt erg\u00e4nzen. Die Medina bietet einen tollen Blick auf die schroffe Steink\u00fcste, an der die Wellen krachend brechen und die M\u00f6wen kreischen. Die Gassen bieten K\u00fchle und schlucken die lauten Ger\u00e4usche des Tages und lassen die Gem\u00e4lde und das Handwerk perfekt erkunden. S\u00fcdlich von Assilah f\u00fchren Trampelpfade an der K\u00fcste entlang, winden sich durch Str\u00e4ucher, \u00fcber H\u00fcgel, auf Disteln und Erde, passieren tote Katzen und s\u00fc\u00dfe Schildkr\u00f6ten und durchqueren Viehherden und Ziegenscharen. Sie f\u00fchren nach Rmilat, zum Las Huevas, zum Paradise Beach, 2 Stunden zu Fu\u00df s\u00fcdlich der Stadt; laut\u00a0marokkanischen Angaben nicht mal\u00a0eine Stunde. Hier ist es ruhig, das Wetter herrlich, das Wasser eisig, die Wellen stark und der menschenleere Strand entspannt. Zur\u00fcck f\u00fchrt unser Weg an Farmen und Ziegenhirten vorbei durch die Felder in Richtung Stra\u00dfe, gar nicht so weit von manch deutscher Feldwege entfernt.<\/p>\n<p>Tangier stand so manche Zeit unter internationalem Status, bietet bei guter Sicht tr\u00e4umerischen Blick auf die spanische S\u00fcdk\u00fcste und ist ein unfassbarer Mix aus allem, das man sich nur vorstellen kann. Truman Capote sagte, bevor man nach Tangier gehe solle man seinen Freunden Adieu sagen, all sein Geld von der Bank abheben und sich darauf einstellen, diese Stadt nie mehr zu verlassen. Derzeit leider zerr\u00fcttelt durch ein enormes Bauprojekt, das die gesamte K\u00fcstenfront revolutionieren soll, f\u00fchrt der Weg durch die Stadt \u00fcber mehrere Kilometer von Ost nach West und passiert Luxushotels, Appartments-Buildings, Caf\u00e9s, die allgegenw\u00e4rtigen Alimentaires und nicht zuletzt die F\u00e4hrb\u00fcros nach Spanien.\u00a0Die Stadt ist unfassbar h\u00fcgelig, verwinkelt und stark mit Verkehr verstopft. Die Medina, die alte Stadt trumpft auf dem Berg, bietet einen wundersch\u00f6nen Blick auf das strahlend blaue Meergemisch zwischen Atlantik und Mediterranee und beherbergt die Kasbah, die James Bond k\u00fcrzlich in Spectre durchschritt.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist Tangier die Inkorporation des gigantischen Transfers, dem sich das traditionsbewusste Marokko gerade aussetzen l\u00e4sst. High-tech-Bauten neben Kulturgutmedina, Europ\u00e4ische G\u00fcter neben frischem Hubz (Brot), Vegetable Markets \u00e0 l&#8217;Ancienne und Spice Hanouts (Store Keepers).<\/p>\n<p>\u00c4ndere dich nicht zu sehr, Marokko! Bleib dir deiner Wurzeln bewusst und lasse dich nicht an Tourismus und Kapitalismus verkaufen. Das ist es nicht wert. Bleib wie du bist, genauso bist du richtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch Marokkos Norden zu reisen ist schon immer eine Erfahrung. 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